Wolkenbad / Bath in the clouds

cloudbath

Koordinaten: 56.375569, 14.001833

Die Wolken machen sich heute besonders schön. Sie bewundern ihr Spiegelbild in der flachen Wasseroberfläche und denken sich, dass sie gerne noch etwas grösser wären. Dann plustern sie sich auf, stacheln sich gegenseitig an und verschmelzen langsam zu einem Teppich gewoben aus unterschiedlichen grau und weiss Tönen. Die Sonne lässt sich davon nicht beeindrucken und wirft ihre Strahlen gelassen dazwischen, trennt die Wolken sanft von ihrem Ego. Die kleine Holzleiter am Ende des Steges ist jetzt der Einstieg in ein Wolkenbad, das Wasser ist so dunkel und unergründlich schwarz, dass ich froh bin die hellen Wolken darin zu erkennen.

Plötzlich ein sanftes„Flapp“, ein Fisch springt auf und klatsch mit einem Salto zurück ins Wolkenbad, ins schwarze Wasser des Moorsees. Die Wasseroberfläche wird wieder ruhig, meine Augen finden zurück zum Text, zur Arbeit, die Füsse hängen im Wasser. Einige Minuten später hebe ich den Blick erneut. Eine brauen Stockente ist nur wenige Zentimeter von mir weg, hockt vor mir im Wasser uns schaut mich gespannt an. Ihre kleinen schwarzen Augen sind freundlich und interessiert. Und dann doch etwas schüchtern, als sie realisiert, dass ich sie bemerkt habe und wir uns in die Augen schauen. Einige Augenblicke bleibt sie in der Nähe. Wir teilen uns das Bad in den Wolken, dann zieht sie weiter. Wieder geht mein Fokus zurück zum Text. Beschwingt und leicht durch diese kleine Begegnung.
Weiter drüben bellt ein Hund, ein fröhliches Bellen. Wäre er ein Mensch würde er jauchzen. Er springt freudig ins Wasser und sucht nach einem Holzstock, den ihm eine blonde Frau immer wieder in den See wirft. Er rast ins Wasser, holt den Stock, dazwischen das Jauchzen. Vielleicht hat sein Plantschen die dünne Wasserschlange aufgeschreckt. Sie kommt eiligst über die Wasseroberfläche geschlängelt. Reckt ihren kleinen Kopf aus dem Wolkenmeer, ihr dunkler Körper schlängelt sich durchs ebenso schwarze Wasser. Fast sieht man sie nicht.

Stimmen drängen vom Ufer heraus. Ich sitze am Ende einer Badeplattform, die heute mir alleine gehört. Zu den Gesprächsfetzen ein Schlag der Turmuhr und dann kommt sie wieder, meine Freundin die Ente, schwimmt vorbei schaut mich an, lächelt und schwimmt weiter. Die Sonne hat die Wolken vertrieben. Es wird Zeit einzutauchen in den See, dessen Oberfläche nun dunkelblau vor mir liegt. Danke für die Einladung ich nehmen sie gerne an.

Reisetipp: Sitze irgendwo für eine Stunde alleine an einem See und geniesse die Ruhe. In Schweden geht dies besonders gut. Unzählige Seen laden an den langen Sommertagen zum Verweilen ein.

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